Die unfassbare und atemberaubende Geschichte von Captain Sarah Chen, die von der eigenen Regierung für tot erklärt und als eiskalter, gesichtsloser Geist in die tödlichsten Kriegsgebiete geschickt wurde, um als Ghost 17 aus dem Schatten heraus das Leben unschuldiger Soldaten zu retten, bis zu jener schicksalhaften Nacht, in der Sergeant Pierce in der staubigen Dunkelheit der Wüste ihre wahre Identität entdeckte, was eine unaufhaltsame Kette von Ereignissen auslöste, bei der sie gemeinsam eine tödliche Verschwörung in den höchsten Rängen des Militärs aufdecken mussten, um schließlich nicht nur die Verräter zur Strecke zu bringen, sondern auch ihre verlorene Menschlichkeit zurückzugewinnen und als lebende Legende aus der Asche ihrer eigenen Vergangenheit aufzusteigen, um endlich den Frieden zu finden, der ihr so lange verwehrt geblieben war.

Der Hubschrauber landete mit einem ohrenbetäubenden Lärm auf dem staubigen Rollfeld der Basis. Sergeant Pierce stieg als Letzter aus, sein Gesicht war eine undurchdringliche Maske aus Dreck, getrocknetem Blut und purer Erschöpfung. Er blickte sich wachsam um.

Die Sanitäter eilten sofort mit Tragen heran, um Martinez und Jensen in Empfang zu nehmen. Kowalski stolperte blindlings hinter ihnen her, völlig traumatisiert von den Ereignissen der letzten Stunden. Pierce jedoch blieb wie angewurzelt auf dem Beton stehen.

Er sah nicht auf die blinkenden Lichter der Krankenwagen oder die hektisch rennenden Offiziere. Sein Blick war starr auf den schwarzen Horizont der Wüste gerichtet, genau dorthin, wo er den Schatten der Frau gesehen hatte.

In seinem Kopf kreisten die Gedanken unaufhörlich. Wer war dieser unsichtbare Schutzengel gewesen? Das Kommando hatte nie weibliche Scharfschützen in dieser speziellen, hochgeheimen Einheit eingesetzt. Zumindest nicht offiziell. Die Akten sprachen eine andere Sprache.

Ich lag immer noch auf meinem Beobachtungsposten, weit entfernt von der Hektik der Basis. Mein Funkgerät knisterte leise in der kalten Nachtluft. Das Hauptquartier meldete sich mit der gewohnten, emotionslosen und mechanischen Stimme.

„Ghost 17, hier Kommando. Mission erfolgreich abgeschlossen. Bestätigen Sie Ihre sofortige Rückkehr zum Extraktionspunkt Echo. Ein Transport erwartet Sie in genau zwanzig Minuten. Keine Verzögerungen.“ Der Befehl klang routiniert, doch etwas stimmte nicht.

Normalerweise ließen sie mich nach einem so intensiven Einsatz stundenlang in der Kälte liegen, um sicherzugehen, dass niemand mich verfolgte. Dass sie es plötzlich so eilig hatten, mich aus dem Gebiet zu holen, machte mich misstrauisch.

Ich drückte die Sprechtaste meines Funkgeräts. „Verstanden, Kommando. Mache mich auf den Weg.“ Ich log. Ich hatte nicht die geringste Absicht, mich zu diesem Extraktionspunkt zu begeben. Irgendetwas in meinem tiefsten Inneren warnte mich eindringlich.

Durch mein leistungsstarkes Zielfernrohr beobachtete ich, wie Pierce in das Hauptgebäude der Basis eskortiert wurde. Zwei Offiziere der Militärpolizei flankierten ihn. Das war keine normale Einsatznachbesprechung. Das sah eher nach einer bevorstehenden Verhaftung aus.

Die verschlüsselten Daten, die er aus dem feindlichen Kommunikationszentrum geborgen hatte, waren der Schlüssel zu allem. Jemand in der oberen Führungsebene wollte unbedingt verhindern, dass Pierce diese Daten jemals an die richtigen Stellen weitergeben konnte.

Ich packte mein Gewehr zusammen. Meine Bewegungen waren mechanisch, trainiert durch Tausende von Stunden in absoluter Isolation. Die Schmerzen in meiner gebrochenen Rippe pochten im Rhythmus meines Herzschlags, doch ich zwang mich, sie völlig zu ignorieren.

Ich verließ meine Position nicht in Richtung des Extraktionspunktes. Stattdessen bewegte ich mich lautlos wie ein Schatten auf den Rand der Basis zu. Ghost 17 folgte keinen Befehlen mehr. Sarah Chen übernahm wieder die Kontrolle.

Im Inneren des stark beleuchteten Verhörraums saß Pierce einem Colonel gegenüber, dessen Uniform viel zu sauber für diese Gegend war. Colonel Vance war bekannt für seine rücksichtslosen Taktiken und seine erschreckende Nähe zu den Geheimdiensten.

„Sie haben gute Arbeit geleistet, Sergeant“, sagte Vance mit einem eisigen Lächeln, das seine Augen nicht erreichte. „Geben Sie uns einfach das Laufwerk, und Sie können sich in der Kaserne ausruhen. Ihre Männer sind sicher.“

Pierce verschränkte die Arme vor der Brust. Er war viel zu erfahren, um auf diesen billigen Trick hereinzufallen. „Die Vorschrift besagt, dass ich das Laufwerk nur direkt an General Mitchell übergeben darf, Sir. Keine Ausnahmen.“

Vance lehnte sich langsam über den Tisch. Die gespielte Freundlichkeit verschwand sofort aus seinem Gesicht. „Ich fürchte, General Mitchell ist derzeit nicht erreichbar. Ich bin Ihr vorgesetzter Offizier in dieser Angelegenheit. Geben Sie mir die Daten.“

Ich lag auf dem Dach eines verlassenen Lagerhauses, genau zweihundert Meter vom Fenster des Verhörraums entfernt. Mein Fadenkreuz ruhte auf der Schläfe von Colonel Vance. Ich konnte jede feine Schweißperle auf seiner Stirn deutlich erkennen.

Pierce schüttelte langsam den Kopf. „Mit allem Respekt, Colonel. Ich weiß, was wir da draußen gesehen haben. Jemand hat unsere genauen Koordinaten an den Feind verraten. Wir wurden in einen perfiden, tödlichen Hinterhalt gelockt.“

„Und Sie glauben ernsthaft, dass wir unsere eigenen Männer opfern würden?“, fragte Vance, und ein gefährlicher Unterton schwang in seiner Stimme mit. Zwei schwer bewaffnete Wachen traten unauffällig einen Schritt näher an Pierce heran.

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„Ich glaube, dass jemand sehr viel Geld damit verdient, diesen Krieg künstlich in die Länge zu ziehen“, antwortete Pierce furchtlos. „Und ich werde dieses Laufwerk ganz sicher nicht jemandem geben, dem ich nicht vollkommen vertraue.“

Ich sah, wie Vance ein kaum merkliches Zeichen gab. Die beiden Wachen entsicherten ihre Waffen. Sie wollten es wie einen tragischen Unfall aussehen lassen. Ein durchgedrehter Sergeant, der nach einem traumatischen Einsatz plötzlich das Feuer eröffnete.

Ich atmete tief ein. Das vertraute Gefühl der vollkommenen Konzentration durchströmte meinen Körper. Die Welt um mich herum verschwand. Es gab nur noch den Wind, das Fadenkreuz und das unabwendbare Schicksal, das gleich eintreten würde.

Zwei Schüsse. Sie brachen die Stille der Nacht. Die Panzerglasfenster des Verhörraums zersplitterten in Tausende kleiner Teile. Die Waffen der beiden Wachen wurden ihnen durch die Wucht meiner Projektile buchstäblich aus den Händen gerissen.

Colonel Vance warf sich panisch auf den Boden, während Pierce die Situation sofort begriff. Er schnappte sich das gesicherte Laufwerk vom Tisch, hechtete durch die zersplitterte Tür und rannte in die dunklen Korridore des Gebäudes.

Das Chaos auf der Basis brach augenblicklich aus. Sirenen heulten auf, und Suchscheinwerfer zerschnitten die Dunkelheit. Ich blieb ruhig, lud lautlos nach und sicherte Pierces Fluchtweg, indem ich gezielt die Scheinwerfer und Kameras um ihn herum ausschaltete.

Pierce wusste, dass er hier nicht lebend herauskommen würde, wenn er auf den Straßen blieb. Er steuerte auf den alten, verlassenen Fuhrpark am Rande des Geländes zu. Genau dorthin, wo ich ihn bereits erwartete.

Als er schwer atmend zwischen den rostigen LKW-Wracks ankam, trat ich aus dem Schatten. Meine Waffe war gesenkt, aber griffbereit. Er riss sofort seine Pistole hoch und zielte direkt auf die Mitte meiner ballistischen Weste.

„Waffe runter, Sergeant“, sagte ich mit ruhiger, fester Stimme. Es war das erste Mal seit vier langen Jahren, dass ich mit einem anderen Menschen von Angesicht zu Angesicht sprach, ohne dass es ein Befehl war.

Pierce zögerte. Er versuchte, mein Gesicht in der Dunkelheit zu erkennen, doch meine Tarnfarbe und die tief gezogene Kapuze machten es ihm unmöglich. „Wer sind Sie?“, fragte er rau. „Sind Sie dieser verdammte Geist?“

„Wenn ich Sie töten wollte, wären Sie schon lange vor Colonel Vance gestorben“, antwortete ich trocken. „Senken Sie die Waffe. Vance hat alle Ausgänge abriegeln lassen. Wir haben weniger als drei Minuten, um hier zu verschwinden.“

Er senkte die Waffe langsam, aber die Anspannung in seinem Körper blieb. „Warum helfen Sie mir? Das Kommando wird uns beide jagen. Sie wissen, was auf diesem Laufwerk ist, nicht wahr? Sie kennen die verdammte Wahrheit.“

„Ich bin die Wahrheit, die sie seit Jahren zu vertuschen versuchen“, erwiderte ich leise. Ich drehte mich um und führte ihn zu einem alten Jeep, den ich bereits vor Stunden kurzgeschlossen und mit zusätzlichen Vorräten beladen hatte.

Wir durchbrachen den äußeren Zaun der Basis, Sekunden bevor die gepanzerten Verfolgungsfahrzeuge von Vance das Gelände erreichten. Die Wüste verschluckte uns mit ihrer gnädigen, undurchdringlichen Dunkelheit. Keiner von uns sprach ein einziges Wort während der Flucht.

Nach zwei Stunden pausenloser Fahrt hielt ich den Wagen in einer tiefen Schlucht an. Hier konnten uns weder Satelliten noch Drohnen orten. Die eisige Kälte der Wüstennacht kroch sofort durch unsere staubigen, zerschlissenen Uniformen.

Pierce ließ sich gegen den Reifen des Jeeps sinken. Er wirkte völlig am Ende seiner Kräfte. „Also“, begann er, während er in die endlose Dunkelheit starrte. „Wie lautet Ihr richtiger Name? Oder soll ich Sie weiter Ghost nennen?“

Ich nahm meine Kapuze ab. Dann wischte ich mir mit einem nassen Tuch grob die schwarze Tarnfarbe aus dem Gesicht. Das schwache Mondlicht fiel auf meine Gesichtszüge. Ich fühlte mich verletzlich, als hätte ich meine Rüstung abgelegt.

Er sah mich lange an. Seine Augen weiteten sich, als er das vertraute Gesicht einer Frau erkannte, deren Bild er vor Jahren in den Nachrichten gesehen hatte. „Das ist unmöglich“, flüsterte er fassungslos. „Sie sind tot.“

„Tot zu sein hat seine taktischen Vorteile“, antwortete ich bitter. „Man muss keine lästigen Briefe an die Familien der Gefallenen schreiben. Und man kann ohne moralische Bedenken in jeden dreckigen Einsatz geschickt werden, den das Pentagon verweigert.“

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„Captain Sarah Chen“, sagte Pierce leise. Er sprach meinen Namen aus, als wäre es eine heilige Beschwörungsformel. In diesem Moment brach etwas in mir. Die dicke, schützende Eisschicht um mein Herz bekam einen gewaltigen Riss.

„Sarah Chen ist vor vier Jahren in einem brennenden Konvoi gestorben“, sagte ich und unterdrückte ein Zittern in meiner Stimme. „Ghost 17 hat überlebt. Aber Vance hat heute den Fehler gemacht, mich an meine Menschlichkeit zu erinnern.“

„Er hat uns verraten“, sagte Pierce hart und ballte die Fäuste. „Dieses Laufwerk beweist, dass Vance Waffen an die Aufständischen verkauft hat. Und um seine Spuren zu verwischen, hat er mein Team als billiges Kanonenfutter geopfert.“

Ich nickte langsam. „Das ist sein Modus Operandi. Vor vier Jahren hat er dasselbe mit meinem Team gemacht. Wir kamen einer seiner Lieferungen zu nahe. Er gab unsere Koordinaten durch. Ich war die einzige Überlebende des Massakers.“

„Warum haben Sie ihn nicht einfach getötet, als Sie die Chance dazu hatten?“, fragte Pierce ungläubig. „Sie hatten ihn im Fadenkreuz. Ich habe gesehen, wie seine Wachen entwaffnet wurden. Ein Zentimeter höher, und er wäre erledigt gewesen.“

„Weil ein toter Colonel Vance als tragischer Kriegsheld gefeiert und mit allen militärischen Ehren begraben wird“, erklärte ich eisig. „Ich will nicht nur sein Leben. Ich will sein gesamtes, korruptes Vermächtnis in Schutt und Asche legen.“

Wir verbrachten die restliche Nacht damit, einen todsicheren Plan auszuarbeiten. Das Laufwerk musste an eine unabhängige Presseagentur und direkt an den Generalinspekteur des Pentagons gesendet werden. Dazu brauchten wir Zugang zu einem hochsicheren Relais-Satelliten.

Der nächste Zugangspunkt befand sich in einer verlassenen Radarstation, knapp vierzig Kilometer von unserer derzeitigen Position entfernt. Vance wusste das mit Sicherheit. Er würde dort mit all seinen verbleibenden Männern auf uns warten, schwer bewaffnet und absolut tödlich.

„Es wird ein Selbstmordkommando“, stellte Pierce nüchtern fest, als er seine verbleibenden Magazine überprüfte. „Zwei gegen mindestens vierzig gut ausgebildete Söldner. Das sind keine normalen Soldaten, die Vance da einsetzt. Das sind skrupellose Auftragsmörder in Uniform.“

„Ich war vier Jahre lang ein Geist, Sergeant“, sagte ich, lud mein Scharfschützengewehr durch und spürte die beruhigende Kälte des Metalls. „Es wird höchste Zeit, dass diese Männer lernen, sich vor dem Dunkeln zu fürchten.“

Im Morgengrauen erreichten wir den Rand der Radarstation. Die Anlage bestand aus drei großen Betontürmen, umgeben von einem rostigen Stacheldrahtzaun. Wie erwartet patrouillierten schwer bewaffnete Wachen auf dem Gelände. Drohnen kreisten summend wie hungrige Geier am Himmel.

Ich bezog Position auf einer erhöhten Felsformation. Von hier aus hatte ich das gesamte Gelände perfekt im Blick. Pierce schlich sich währenddessen von der Westseite an. Er sollte das Laufwerk anschließen, sobald ich den Weg freigeschossen hatte.

„Bist du in Position?“, flüsterte ich in mein Funkgerät. Mein Puls war ruhig, mein Atem gleichmäßig. Die Welt schnurrte wieder auf die Größe meines Fadenkreuzes zusammen. Dies war meine wahre Heimat. Die absolute, tödliche Präzision.

„Bin am westlichen Tor“, antwortete Pierce leise. „Warte auf deine Freigabe, Sarah.“ Es war verrückt, wie vertraut mein Vorname plötzlich aus seinem Mund klang. Es fühlte sich an wie ein längst vergessenes Echo aus einem anderen Leben.

Die erste Drohne fiel geräuschlos vom Himmel. Mein Schuss durchschlug exakt ihren zentralen Prozessor. Bevor die Wachen Alarm schlagen konnten, schaltete ich die beiden Scharfschützen auf den Türmen aus. Präzise, schnell, unsichtbar. Der Geist war bei der Arbeit.

Panik brach auf dem Gelände aus. Vance schrie über Funk Befehle, doch seine Männer wussten nicht, woher das Feuer kam. Jeder Schuss von mir traf sein Ziel mit verheerender Genauigkeit. Die Söldner fielen wie Dominosteine.

Pierce nutzte das völlige Chaos. Er rannte von Deckung zu Deckung, schaltete Wachen im Nahkampf aus und näherte sich unaufhaltsam dem Hauptterminal. Vance erkannte schließlich, was unser wahrer Plan war, und geriet völlig in Panik.

„Haltet ihn auf!“, brüllte Vance durch das offene Megafon der Station. „Er darf dieses Terminal nicht erreichen! Zerstört die Konsolen, wenn es sein muss!“ Doch seine Männer waren zu sehr damit beschäftigt, am Leben zu bleiben.

Ich lud mein letztes Magazin ein. Meine Schulter schmerzte vom heftigen Rückstoß, aber ich spürte es kaum. Der Adrenalinrausch blockierte jeden Schmerz. Ich feuerte auf die gepanzerten Fahrzeuge, um ihre Motoren gezielt außer Gefecht zu setzen.

See also  „Vorsicht – sie beißt!“ – 340 Marines sahen, was dann geschah... Vorsicht, sagte Staff Sergeant Pruitt grinsend zur Menge. Sie beißt. 340 Marines lachten. Ich hörte jeden Einzelnen von ihnen. Ich war 1,63 Meter groß, wog knapp 60 Kilogramm und stand auf einer grünen Trainingsmatte unter der gnadenlosen kalifornischen Sonne, während der größte Nahkampfausbilder der Basis mich ansah, als wäre ich ein schlechter Witz in Uniform. Er wollte mich bloßstellen. Er wollte, dass ich Angst bekam. Er wollte, dass ich ihm nach dem Kampf die Hand schüttelte, nachdem er mich vor allen zu Boden geworfen hatte. Doch nur neunzig Sekunden später lag er auf dem Rücken. Und ich stellte ihm eine einzige Frage, die seine Karriere zerstörte.

Pierce erreichte das Kontrollzentrum. Er steckte das Laufwerk in das Terminal und begann hastig, die Verschlüsselungsprotokolle zu umgehen. „Ich brauche noch zwei Minuten!“, rief er über Funk. „Die Firewall ist extrem hartnäckig, ich muss sie manuell überbrücken.“

Vance stürmte mit seinen letzten fünf Elitesoldaten auf das Terminal zu. Sie feuerten aus allen Rohren. Der Beton um Pierces Deckung herum zerplatzte in Tausende gefährlicher Splitter. Ich hielt den Atem an und begann, die Angreifer systematisch auszuschalten.

Einer, zwei, drei. Sie fielen schnell, doch Vance feuerte weiter unkontrolliert in Richtung der Kontrollkabine. Ich hatte nur noch eine einzige Kugel in meinem Lauf. Und Vance war in ständiger Bewegung, versteckt hinter massiven Stahltüren.

„Upload bei achtzig Prozent“, meldete Pierce schwer atmend. Ein Querschläger hatte ihn an der Schulter getroffen. Blut sickerte durch seine Uniform, doch er tippte unerbittlich weiter. „Er kommt direkt auf mich zu! Ich kann ihn nicht abwehren!“

Ich berechnete den Winkel. Vance stand hinter einer dicken Blechwand, aber sein Schatten verriet ihn. Ich korrigierte mein Fadenkreuz, berücksichtigte die Windgeschwindigkeit und die Dicke des Materials. Dann drückte ich sanft und entschlossen den Abzug durch.

Das panzerbrechende Projektil riss ein faustgroßes Loch durch das schwere Metallblech und traf Colonel Vance genau in die rechte Schulter. Er wurde brutal nach hinten geschleudert und krachte hart gegen die kalte Betonwand. Seine Waffe fiel scheppernd zu Boden.

„Upload abgeschlossen“, sagte Pierce leise über Funk. Das Geräusch einer Bestätigungssirene hallte über das gesamte Gelände. Die Daten waren draußen. Jede große Nachrichtenagentur, das Pentagon und der Kongress hatten nun alle Beweise für Vances unzählige Verbrechen.

Vance lag wimmernd auf dem staubigen Boden. Er wusste, dass es endgültig vorbei war. Sein korruptes Imperium aus Lügen, Verrat und Blutgeld war in weniger als fünf Minuten vollständig in sich zusammengebrochen. Die Gerechtigkeit hatte gesiegt.

Pierce trat aus dem Kontrollzentrum, sein Gewehr auf den verwundeten Colonel gerichtet. Er sah kurz zu mir hinauf, zu den Felsen. Er nickte kaum merklich. Es war eine stumme Geste des tiefsten Respekts und der unglaublichen Dankbarkeit.

Ich packte mein Gewehr zusammen, ein letztes Mal. Der Hubschrauber der Militärpolizei, alarmiert durch den massiven Datenleak, würde in wenigen Minuten hier sein, um Vance und seine restlichen Leute endgültig zu verhaften. Mein Job war erledigt.

Ich wusste, dass ich nicht bei Pierce bleiben konnte. Die Armee würde niemals zulassen, dass eine für tot erklärte Heldin plötzlich wieder auf der Bildfläche erschien. Ghost 17 musste für immer verschwinden, genau hier und jetzt in der Wüste.

Aber Sarah Chen war nicht mehr tot. Ich hinterließ das Scharfschützengewehr auf dem Felsen. Es war mein endgültiger Abschiedsbrief an das Kommando. Sie hatten mich als unaufhaltsame Waffe erschaffen, aber ich hatte beschlossen, wieder ein Mensch zu werden.

Als die ersten Militärhubschrauber mit dröhnenden Rotoren über der Basis kreisten, war ich bereits Meilen entfernt. Ich ging zu Fuß, ohne Waffe, ohne Tarnfarbe, in Richtung der aufgehenden Morgensonne. Die Strahlen wärmten mein Gesicht und meine Seele.

Monate später saß Pierce in einem kleinen Café in Ohio. Er trug Zivilkleidung. Die Armee hatte ihn ehrenhaft entlassen. Er las eine Zeitung, in der über die lebenslange Haftstrafe von Colonel Vance und seinen Hintermännern ausführlich berichtet wurde.

Die Kellnerin brachte ihm seinen Kaffee. Sie trug ein Namensschild mit der Aufschrift “Sarah”. Er sah auf, und für einen Bruchteil einer Sekunde trafen sich ihre Blicke. Kein Wort wurde gesprochen. Es war auch absolut nicht nötig.

Sie lächelte ihn sanft an, ein echtes, warmes Lächeln, das ihre Augen erreichte. Dann wandte sie sich ab und wischte den nächsten Tisch ab. Pierce trank seinen Kaffee und spürte, dass die Welt endlich wieder in Ordnung war.

Die Geister der Vergangenheit waren endgültig zur Ruhe gebettet worden. Die Toten hatten ihren wohlverdienten Frieden gefunden, und die Lebenden hatten eine zweite Chance auf ein normales Leben bekommen. Und manchmal, so wusste er jetzt, durften Legenden einfach glücklich sein.

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